Männervesper
Unter dem Dreiklang:
miteinander ins Gespräch kommen
gemeinsam essen
Neues hören und besprechen
wollen wir Gelegenheit geben, Gemeinschaft zu erleben und neue
Bekanntschaften zu entwickeln.
Treffen: Viermal im Jahr
Mittwochs 18.30 bis 21 Uhr
Ort: Nebenzimmer der Stettenfelsgaststätte
Unkostenbeitrag: 8 € (inclusive Vesper),
Getränke werden von jedem Teilnehmer direkt bezahlt.
Kontaktperson:
Emil Weinert, Donnbronn, Tel. 07131-70448
Männervesper- Jahresprogramm 2012
Bericht vom Männervesper 9.Mai 2012 mit Ingo Rust
Männervesper mit Staatssekretär Ingo Rust:
Im Vertrauen auf den Herrn engagiert
Mit 34 Jahren schon gestandener Staatssekretär im Wirtschafts- und Finanzmisterium von Baden-Württemberg - eine steile Karriere. Ingo Rust, Sohn eines Abstatter Werkzeugmachers und einer Heinrieterin mit jeweils Wurzeln in der Dobrudscha, vermittelte beim "Männervesper" der Kirchengemeinde in der Stettenfels-Gaststätte ein sehr perönliches Bild von sich: Realschule in Ilsfeld, Technisches Gymnasium, Studium an der Hochschule Esslingen als Diplom-Ingenieur Maschinenbau, Forschungsassistenz, Lehrauftrag Lean Production.
Als Klassen- und Schulsprecher profilierte er sich im Einsatz gegen dubiose Erstattungsregelung für die Schülerbeförderung, tritt der SPD "als Partei für soziale Gerechtigkeit" bei, wurde jüngster Gemeinderat in seinem Heimatort Abstatt, wurde von dem SPD-Landtagsabgeordneten Bebber als Zweitkandidat angeworben, und als dieser 60jährig sein Mandat aufgibt, dessen Nachfolger. Der 25Jährige kam in den Finanzausschuss. Bald wwurde ihm als jüngstem Landtagsabgeordneten der Vorsitz im wichtigsten Landtagsausschuss angeboten.
Rust erzählte, wie er mit sich gerungen hat, ob er diesem Amt gewachsen ist. Doch er vertraute darauf, wenn Gott ihm solche Verantwortung zuweist, wird er ihm auch die Gabe dazu geben. Und "der Herr" hat es wohl auch 2011 gerichtet, als Rust wegen der für die SPD nachteiligen Beschneidung seines Wahlkreises kaum damit rechnen konnte, wieder in den Landtag zu kommen und er dann sogar in der Regierung landete.
Da kommt Rusts tiefer christlicher Gottesglaube zum Ausdruck. Nach der Konfirmation engagierte er sich intensiv in der kirchlichen Jugendarbeit ("wer sich da durchsetzt, ist für Führungsaufgaben geeignet"), wurde Vorsitzender des Kirchengemeinderats in Abstatt (heute mit dem "von Untergruppenbbach abgeworbenen" Pfarrer Stuhrmann, der laut Rust in Abstatt bestens ankommt) und Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode Marbach. Rust war jahrelang kirchenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und ist heute Leiter des ökumenischen Gebetskreises im Landtag,
Glaubwürdig vermittelte Ingo Rust sein Thema: "Als Christ in der Politik - Anfechtung und Hoffnung." Erst ließ er das Verhältnis von Staat und Kirche in den letzten 2000 Jahren Revue passieren, ehe er anhand markanter Beispiel aus der aktuellen politischen Arbeit darstellte,
wie man als Christ (etwa bei verkaufsoffenen Sonntagen) oder in christlich-moralischer Verantwortung gefordert ist. Wie der mit einer Halb-Finnin verheiratete Vater eines einjährigen Söhnchens versicherte, habe er seine Karriere nicht geplant, wohl wissend, dass nicht alles an einem selber hängt. Den Auftrag zu seinem politischen Engagement beziehe er aus dem Jeremias-Wort: "Suchet der Stadt Bestes ...". hs
Männervesper Februar 2012 - burn out
Männervesper: Wenn die Seele ausbrennt . . .
Wenn es auf einen selbst nicht zutrifft, so kennt doch fast jeder jemand, der es hat oder zumindest Anzeichen davon: Burnout! "Wenn die Seele ausbrennt - Burnout und seine Folgen." Darüber informierte in anschaulicher Weise Sozialsekretär i.R. Volker Stücklen beim Männervesper der Kirchengemeinde in der Stettenfels-Gaststätte. Stücklen stand viele Jahre im Kirchlichen Dienst für die Arbeitswelt der Prälatur Heilbronn und begleitete die Arbeitnehmer in den 14 Kirchenbezirken bei ihren Problemen in Betrieben und Verwaltungen. Auch wenn das Thema Burnout heute Konjunktur hat - es ist mehr als eine Modekrankheit.
"Mit den fortschreitenden Technologien und der strikten Effektivitätsausrichtung haben sich die Arbeits- und Rahmenbedingungen verschärft", so Stücklen, der an zahlreichen Beispielen aufzeigte, wie die Menschen unter erhöhten Anforderungen physisch und psychisch Schaden erleiden: Wer mit Feuer und Flamme dem persönlichen Ehrgeiz oder äußeren Leistungsdruck nachkommen will und dabei überfordert ist, läuft Gefahr, in eine Erschöpfungsspirale zu geraten, an deren Ende die Depression steht. Ausgebrannt! Da wieder raus zu kommen und nach monatelanger Therapie wieder ins Erwerbsleben zurück zu kehren, ist äußerst schwierig.
Deshalb sollte man frühzeitig auf bedrohliche Symptome achten. Wenn man ständig schlecht schläft, Kopfschmerzen hat, der Blutdruck steigt und das Herz zu rasen beginnt, sich die Gedanken nur noch um die Arbeit drehen, eine innere Leere entsteht, man reizbar ist oder abgestumpft, kein Interesse mehr für Familie und Freunde hat und keinen Spaß mehr an Hobbys - dann ist es höchste Zeit zur Einsicht, zum Umschalten, zur Entschleunigung, eventuell zum Hierarchie- oder Berufswechsel. Dann sollte man die eigenen Bedürfnisse wichtiger nehmen als die Arbeitsanforderung oder Berufsziele.
"Gönne Dich dir selbst", so Stücklen, der dazu rät, auch am Arbeitsplatz über die eigenen Beschwernisse zu reden. In der Wirtschaft werde man zunehmend hellhörig für die zunehmenden seelischen Belastungen und bemühe sich um Vorbeugung, denn man brauche einsatzfähige und einsatzfreudige Mitarbeiter und keine kranken, abgespannten, antriebslosen und ausgelaugten. Stücklen: "Es kommt darauf an, den Dauerstress nicht die Oberhand gewinnen zu lassen - brennen ja, aber nicht ausbrennen!"
(hs)
Bericht vom Männervesper November 2011
Männervesper: Jesus als Mensch
Wer war Jesus von Nazareth - historisch gesehen? Beim Männervesper der Kirchengemeinde im Stettenfels-Restaurant unternahm der Heilbronner Dekan Otto Friedrich einen Versuch, die geschichtliche Existenz Jesus zu verknüpfen mit der Gestalt und Botschaft, die Jesus Christus als Urheber und zentrale Person des Christentums werden ließ. Der Titel seines Vortrags, Jesus von Nazareth, war schon so etwas wie eine Konfrontation zur Bibel, denn nach alter jüdischer Überlieferung musste der Messias aus Bethlehem in Judäa, der Stadt Davids, kommen. Die historische Forschung, die sich auch auf nichtbiblische literarische Überlieferungen (Tacitus, Flavius, Talmud) stützt, lasse ziemlich eindeutig erkennen, dass Jesus aus Nazareth in der verpönten Unruheprovinz Galiläa stammte.
Dekan Friedrich konstatierte eingangs, dass in unserer Zeit, in der der christliche Glaube eher an Bedeutung verliert, fast regelmäßig zu den christlichen Feiertage in den führenden Medien Titelgeschichten - wenngleich meist kritischer Art - über Jesus erscheinen. So wurde zu Ostern 2011 im "Spiegel" Jesus als "Der Rebell Gottes" herausgestellt, der als charismatischer Wanderprediger oder gar als Anführer einer aufrührerischen Bewegung gegen die römische Besatzung Israels eine "rohe Botschaft" verkündete und zum Kreuzestod verurteilt wurde, weil er gegen das jüdische Geldgescharrer im Tempel vorging und sich anscheinend anmaßte, König der Juden zu sein oder zu werden. Jesus werde immer wieder unter den verschiedensten Aspekten und Wandlungen dargestellt.
"Jesus war auf jeden Fall Jude", so Dekan Friedrich, und so müsse auch sein Wirken vor dem Hintergrund des damaligen jüdischen politisch-sozialen Umfelds gesehen werden. Und Jesus dürfte auch kein so europäisch aussehendes Antlitz gehabt haben, wie in fast allen christlichen Porträts oder Phantombildern wie dem Turiner Grabtuch dargestellt. Um Jesus als Mensch zu erfassen verwies Friedrich auf Lebensbeschreibungen von Peter Handke, Hannah Arendt und Walter Jens.
Auf kritische Äußerungen in der Diskussion, dass hier Jesus als Christus als Sohn Gottes und Erlöser zu kurz komme, meinte Dekan Friedrich, es sei nicht nachweisbar, dass Jesus sich als solcher sah und nannte. Die Evangelien seien erwiesenermaßen keine historischen Tatsachenberichte, sondern erschließende Glaubensdokumente und theologische Darstellungen, auch mit unterschiedlichen Aussagen. Nichtsdestoweniger bleibe das Bekenntnis zu und der Glaube an Jesus Christus das Kernelement der christlichen Religion. (hs)
Rückblick Männervesper vom September
"... aber wenn sie dich los lassen, zeigen was du drauf hast"
"Ebse" Gienger plauderte beim Männervesper über Spitzen- und Breitensport
UNTERGRUPPENBACH Ziemlich ungewohnt ist es offenbar für Eberhard Gienger, vor einem Kreis von lauter Männern zu sprechen: "Hier fehlen halt die Frauen, die schöneren Menschen" - beim "Männervesper" der Evangelischen Kirchengemeinde Untergruppenbach in der Stettenfels-Gaststätte. Eberhard Gienger ist nicht eingeladen als CDU-Bundestagsabgeordneter, sondern als Referent zum Thema "Leistungs- und Breitensport". Wer könnte dazu kompetenter reden als ein ehemaliger 36fache deutscher Meister, dreifacher Europameister, dreifacher Vize-Weltmeister, dreifacher Weltcup-Sieger, Weltmeister, olympischer Bronzemedaillen-Gewinner, zweifacher Sportler des Jahres und - heute - Mitglied in zahlreichen sportpolitischen Gremien . . .
Aber auch so einer hat mal klein angefangen, in der Kleinstadt Künzelsau, in einer allerdings sportlichen Familie, wo die Mutter über fünf Meter weit sprang, 20mal württembergische Meisterin im Faustball wurde und auch sonst recht resolut war. Der kleine Eberhard, wiewohl guter Straßenfußballer wurde - oh Schmach - aufgrund einer Reihenuntersuchung wegen Knick-, Platt-, Senk- und Hohlfuß in einen Schulsonderkurs geschickt. Doch irgendwann traf er auf einen Otto Zipplies, der einige Turngeräte - "höchst antiquierte" - im Garten hatte, und ihm Trainieren bei brachte und einen Spruch fürs Leben: "Immer schön bescheiden bleiben, aber wenn sie dich los lassen, zeigen, was du drauf hast!"
Und dazu hatte Gienger alsbald Gelegenheit. Nachdem man seine Talent bei den Deutschen Jugendmeisterschaften erkannte, kam er zum Deutschen Turnzentrum nach Frankfurt, wo er auch Abitur machte, 1970 in die Nationalmannschaft, ging ein halbes Jahr zum Training nach Japan, wo er lernen musste, sich Älteren unterzuordnen. Irgendwann kamen noch ein halbes Jahr Amerika ("mehr Party als Training") hinzu. Er wurde Diplom-Sportlehrer, studierte Russisch und Englisch.
Schlank und nach wie vor sportlich gestählt steht der 60jährige da, erzählt locker, eloquent und unterhaltsam von den Umständen und Erlebnissen einer zehnjährigen Karriere als Weltklassesportler. aber auch von der Konsequenz eines drei- bis sechsstündigen täglichen Trainings.
Da kommt automatisch die Sprache auf die Entwicklung von Amateuren zu Sportprofis und natürlich auf die Doping-Problematik. Doping gab es schon immer und überall, in zahlreichen Arzneimitteln und beim Erreichen von Hochleistungen, nicht nur in Sport, so Gienger. Er ist überzeugt, dass die stringente Doping-Kontrolle für Spitzensportler durchaus effektiv ist, in früheren Jahrzehnten - unentdeckt - mehr gedopt wurde und heute mitunter auch erheblicher im Breiten- und Alterssport. Im Kunstturnen sei Doping sowieso kontraproduktiv, vermassele etwa den Abgang, wie überhaupt Dopingmittel letztlich mehr Schaden als Nutzen bringe.
Natürlich singt so ein Athlet, der noch für jedes Schauturnen gut ist und überdies 4500 Fallschirmsprünge - 2500 mit Tandempartner - absolviert hat, das große Loblied auf den Sport als lebensertüchtigendes Element: Da lernt man Disziplin, Fairness, Solidität, Toleranz, Anständigkeit, lernt Zuhören können und Fähigkeiten rechtzeitig abzurufen; und eigene Erfolge geben Selbstbewusstsein und tragen zur Persönlichkeitsbildung bei. "Das zahlt sich aus im Berufsleben."
In der "Nachsitzung" deutete Eberhard Gienger nicht nur an, dass er vor einiger Zeit wieder mal Europameister geworden ist, mit der Bundestagsfußballmannschaft, sondern gab auch in köstlich-bravouriöser Weise Lieder und Sketche vom "Rundfunkt-Fritzle" mit Kopfstimme zum Besten. Kein Wunder, dass seine Freunde aus Donnbronn "Ebse" gleich zum 25Jährigen ihrer "VinoGanters" einluden.
Aber dann musste sich Gienger aufmachen nach Bad-Homburg, ist doch seine Frau Professorin an der Frankfurter Uni. Und am nächsten Tag geht es mit dem Flieger nach Berlin zu zwei Terminen, und am Abend ist ein Treffen in Beilstein angesagt.