Wanderwochenende 13.-15.Mai 2011

Spirituelles Wandern auf stillen Wegen an Kocher und Jagst
 
"Auf stillen Wegen an Kocher und Jagst":  Das Wanderwochenende der Kirchengemeinde, ursprünglich vom "Männervesper" ausgehend, vom 13. bis 15. Mai, war für die 19 Teilnehmer/innen (acht Ehepaare und drei Männer ohne ihre Frauen) eine gelungene Angelegenheit.
Noch nicht einmal eine Stunde Autofahrt benötigte man zu unserem Quartier, Hotel "Schloss Döttingen", wo wir im neuen Gebäudetrakt und komfortablen Zimmern für zwei Nächte gut untergebracht waren. Nach abwechslungsreichem Abendmenue ließen wir den Tag Revue passieren, hörten zwei Kurzvorträge über das Hohenloher Land und die die Hohenloher Adelsgeschlechter, und Pfarrer Altvater schloss den Abend mit kleiner Liturgie.
 
Unser Ausgangspunkt Döttingen ist ein  idyllisch an der Mündung des Eschentaler Bachs in den Kocher gelegener Ortsteil von Braunsbach. Das über 400 Jahre alte Schloss und die unmittelbar anschließende Dorfkirche (Martinskirche) lassen erahnen, dass Döttingen einstmals ein stark frequentierter Durchgangsort mit fast städtischem Charakter war.
Am Freitagnachmittag führte uns eine längere Hin- und eine kürzere Rückwanderung nach Braunsbach. In der dortigen an der äußeren Mauer des Schlosses thronenden ehemals romanischen Bonifatiuskirche hielten wir Einkehr, nachdem wir vorher schon an einer Kapelle am Kocherweg der Pilgerwegweisung nach Rom, Jerusalem und Santiago de Compostella nachsannen.
 
Am Samstag ging es erst auf Nebenstraßen durch Felder nach Steinkirchen am Kocher und dann in einem Anstieg, bei dem wir uns ein halbstündiges Schweigegebot auferlegten, an den urtümlichen Weilern Sommerberg und Winterberg vorbei zum Schloss Tierberg, heute in Privatbesitz. Auf zum Teil schmalen und mitunter fast abenteuerlichen Wanderpfaden strebten wir Schloss Stetten an, das wir schließlich auf einem angenehm gangbaren Randweg erreichten. Zuerst ging es an den verschiedenen Häusern der Altenresidenz entlang. Die Schlossanlage, seit 900 Jahren Sitz der Herren von Stetten gilt als besterhaltene deutsche Stauferburg. Wegen einer deutsch-baltischen Tagung (mit Nachkommen litauischer "Wolfskinder". die auch in "unserem" Hotel übernachteten) blieb uns das Hofgelände verschlossen, doch wir konnten die Schlosskapelle und die Festspielstätte ansehen.
Unterhalb der Schlossanlage machten wir ausgiebig Mittagsrast, ehe wir über den Schlosssteg hinab nach Kocherstetten gingen. Die an sich sehenswerte evangelische Marienkirche war jedoch wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen, so dass die Besinnung an einer Bach-Anlage wahrgenommen wurde. Die letzten sechs von insgesamt 18 km führten uns zurück nach Döttingen.
 
Am Sonntagmorgen fuhren wir "rüber" in das auf einem langen Bergsporn 120 m über dem Talboden der Jagst gelegene Residenzstädtchen Langenburg, wo wir in der Stadtkirche an einem interessanten Taufgottesdienst teilnahmen. Bei der Kirchenbesichtigung zuvor ließen wir uns beeindrucken von der wohnlich ausgestalteten Fürstenloge und anderweitigen Schätzen. Unterhalb der Altstadt ging es vom Agnes-Günther-Platz die Alte Steige hinunter nach Bächlingen. In der Kirche der hohenloheschen Urpfarrei bestaunten wir die geschickt restaurierten spätmittelalterlichen Wandmalereien und den martialischen Rittergrabstein des 1320 verstorbenen Rezzo von Bächlingen. Auf der Terrasse der Moses-Mühle über den Jagstwiesen trotzten wir beim Mittagessen  dem drohenden Regen, der uns dann doch verschonte. Durchs Jagsttal, stets mit Blick zum imponierenden Langenburger Schloss kamen wir dann nach Unterregenbach, wo wir uns - unterhalb des Pfarrhauses - den Einstieg in die überwölbte Hallenkrypta einer ehemals dreistufigen Basilika nicht nehmen ließen. Die letzten sechs Unentwegten nahmen dann über die überdache hölzerne Archen-Jagstbrücke den Panoramaweg durch den Wald nach Langenburg zurück.
 
"Spirituelles Wandern kann einem neben trefflichen Aussichten auch tiefe Einsichten vermitteln", verlautete resümmierend aus dem Teilnehmerkreis.